Moskau. Vor einem Geschworenen-Gericht in St. Petersburg hat am Mittwoch ein Prozess gegen die mutmaßlichen Mörder eines tadschikischen Roma-Mädchens begonnen. Sieben junge Manner sind wegen des Überfalls auf eine Roma-Siedlung am Stadtrand von St. Petersburg angeklagt. Bei dem Angriff einer Gruppe von zehn bis 15 Tatern waren im vergangenen September zwei Mädchen schwer verletzt worden. Eine Fünfjährige erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen.
Nach Auffassung der Anklage gehören die jungen Manner der rechtsextremistischen Szene an. Zeugenaussagen zufolge waren sie mit Metallstangen und Ketten bewaffnet mit Rufen wie „Russland den Russen“ über ihre Opfer hergefallen. Sieben mutmaßliche Teilnehmer an dem Überfall konnten Anfang des Jahres festgenommen werden. Der Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, da einige Angeklagte noch nicht volljährig sind, meldete der Radiosender „Echo Moskaus“.
Nach einer Serie ähnlicher Verbrechen gilt die zweitgrößte Stadt Russlands inzwischen als eine Hochburg gewaltbereiter Rechtsextremisten. Vor einem anderen Petersburger Gericht steht der Prozess gegen sechs Mitglieder der Neonazi-Gruppe „Schulz 88“ kurz vor dem Ende. Auch der Mord an einem weiteren tadschikischen Mädchen in der Stadt im Februar ist nach Angaben der Polizei inzwischen aufgeklärt.
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