Donnerstag, 20.08.2009
Rogosin: Arctic Sea war kein russisches IrangateBrüssel. Die Behauptung, an Bord des entführten Frachters Arctic Sea befinden oder befanden sich für den Iran bestimmte russische Raketen oder Marschflugkörper, ist nach Meinung von Russlands Nato-Botschafter Dmitri Rogosin ein Hirngespinst.
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Diese Version hatte Tarmo Kouts, EU-Referent für den Kampf gegen Piraten und früherer Kommandeur der estnischen Streitkräfte, vorgebracht. Wie auch andere Seefahrtsexperten macht ihn misstrauisch, dass Russland eine ganze Flotte in Marsch setzte, um einen mit schlichtem Holz beladenen Frachter aufzustöbern.
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Laut Rogosin hätte der große Marineeinsatz vorrangig das Ziel gehabt, die Besatzung der Arctic Sea zu retten.
Kouts erklärte gegenüber einer estnischen Zeitung, Holztransporte seien ideal für den Waffenschmuggel. Er sei sich sicher, dass unter den Balken im Frachtraum des Schiffes Flügelraketen lägen. Eine Aufklärung sei aber nur möglich, wenn das Schiff in einem Hafen gründlich untersucht würde.
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Der Waffenschmuggel-These zufolge wurde die heiße Fracht während eines Werftaufenthaltes in Kaliningrad auf das Schiff verladen. Anschließend fuhr die Arctic Sea nach Finnland, wo sie das für Algerien bestimmte Bauholz lud. Von Algerien aus hätten die Rüstungsgüter dann durch iranische Beauftragte weiter transportiert werden müssen.
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Gegen die Irangate-These spricht allerdings auch ein einfaches geografisches Argument: Um irgendwelche Frachten von Russland in den Iran zu bringen, gibt es einen bedeutend kürzeren und einfacheren Weg - direkt übers Kaspische Meer.
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Elf der 15 Besatzungsmitglieder sowie die acht nach russischen Marineangaben an Bord gestellten Entführer des Schiffes sind heute von den Kapverden nach Moskau geflogen worden. Vier der Piraten sollen estnische Staatsbürger sein.
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