Moskau. Da staunten selbst die Fachleute: auf der russischen Fernost-Insel Sachalin meldete sich bei der Miliz eine betrogene Kioskbesitzerin mit gefälschte Banknoten, die mit einem schwarz-weiss Fotokopierer hergestellt waren. Es handelte sich um sechs Banknoten a tausend Rubel. Vergleichbar dreist war nur noch der Trick, Ein-Dollar-Noten mit Tippex zu 10-Dollar-Scheinen aufzuwerten.
So geschehen vor 14 Jahren im damals noch sowjetischen Mittelasien.
Falschmünzer malten damals einfach mit Tippex auf die Ein-Dollar-Noten jeweils eine Null mehr. Der Trick gelang auch, weil in den mittelasiatischen Republiken zwar auch schon Dollar-Scheine im Umlauf waren. Aber dem relativ unwissenden Publikum war nicht präsent, welcher US-Präsident auf welchem Dollar-Schein zu sehen sein muss.
Auch die Differenz zwischen der aufgemalten 10 und der Bezeichnung „one“ fiel nicht weiter auf. Erinnert doch das „one“ an das usbekische Wort „on“ – was so viel wie „zehn“ bedeutet.
Kurzfristig erfolgreich war auch ein Chauffeur des aufstrebenden Gebietssekretärs von Stavropol Michail Gorbatschow. Er fälschte fleissig 25-Rubel-Scheine. Der Übeltäter namens Andrej Baranow wurde dann aber doch gefasst und verurteilt. Nach Abbüssung seiner Haftstrafe soll der Mann gegenwärtig bei der russischen Zentralbank als Berater für Fälschungssicherheit angestellt sein.
Tatsächlich sind die 1.000-Rubel-Scheine nach europäischem Vorbild gut gegen Fälschung gesichert.
Der fernöstliche Versuch mit Schwarz-Weiss-Kopien war also gar nicht dumm. Schwarz-weiss-Kopien sind erheblich billiger. Und der eigentliche Trick besteht darin, die „Noten“ in grössere Packen von Rubelscheinen einzu schmuggeln. Dies dürfte zwar auch nur auf schwar beleuchteten Strassenmärkten funktionieren. Ist aber einfacher, als der sonst übliche Geldwechsler-Trick, Notenbündel mit Zeitungspapier-Blättern anzudicken.
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